Es war eine bittere Niederlage, denn so schwach bekommen wir einen Tabellendritten nicht mehr zu Hause serviert. Dennoch kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen, denn abgesehen von der eklatanten Abschlussschwäche stimmten Moral, Laufbereitschaft und Teamgeist und auch spielerisch zeigten unsere Spieler sich von ihrer besseren Seite. Nach 10 Minuten hätten die Gäste 3:0 führen, in den darauf folgenden 5 Minuten hätten wir 3mal netzten müssen. Und damit ist auch das ganze Spiel zu beschreiben. Es wär ein unglaublich langer Bericht, würde man hier jede gute Chance erwähnen. Wir schossen selbst aus 5 metern mehrfach den Gästetorwart an. Fechingen gewann deshalb verdient, weil diese wenigstens einen Bruchteil ihrer Chancen nutzten. Das 0:1 fiel nach einem Eckball, bei dem der Ball von einem Gegenspieler in den 5meterraum geköpft wurde und bei der anschliessenden Stocherei ums Leder hatten die Gäste das bessere Ende für sich. In der 2. Halbzeit rückte nach einem Abstoss oder Befreiungsschlag vor unserem Tor einer unserer Spieler nicht raus, hob das Abseits auf und so kam es, dass Sven Freidinger allein auf unser Tor lief und der Ball, abgefälscht durch einen Rettungsversuch einer unserer Spieler, unhaltbar für Christoph Ewen im Netz landete. Alles in allem wäre, ohne zu übertreiben, ein 6:6 bis hin zu 9:9 ein leistungsgerechtes Ergebnis. Die nächsten Wochen werden für uns richtungsweisend sein und zeigen, ob die Mannschaft, die sich so auf diese Klasse gefreut hat, in dieser bestehen kann. Denn, abgesehen von Röchling Völklingen, treffen wir in den letzten Spielen der Hinrunde auf ATSV und SF Saarbrücken 2, 08 Püttlinen 2 und Neuweiler 2, alles Mannschaften, die vermeintlich auf Augenhöhe sind. Wollen wir uns nicht hinten festsetzen, muss die Mannschaft sich ihrer Schwächen bewusst werden, an diesen arbeiten und endlich erkennen, dass wir uns nicht mehr in der Reserveliga der letzten Jahre befinden, in der man einfach mehr Tore geschossen hat als man reinbekam. Je schwerer der Gegner umso mehr sieht man den Charakter einer Mannschaft. Jeder einzelne muss über seinen Schatten springen und nicht nur anfangen zuerst sich selbst zu kritisieren, bevor er das bei anderen tut, sondern sich auch klar machen, dass es taktisch bezüglich Stellungsspiel, Zweikampfverhalten, Raumaufteilung usw. und auch konditionell noch viel zu lernen bzw. zu verbessern gibt. Sich das einzugestehen zeigt keine Schwäche sondern Grösse. Es scheint manchmal, als ob vergessen wurde, dass im Fussball viel durch Spielintelligenz, Clevernis, Team-bzw Kampfgeist und konditioneller Überlegenheit zu gewinnen ist. Es wäre schade, wenn unsere Zweite diesen Entwicklungsschritt verpasst, denn vom Potential hat sie, vorausgesetzt es erfolgt ein Umdenken, die Klasse sich in den nächsten Jahren um Platz 5 rum zu positionieren.
SV Hermann-Röchling-Höhe II: Christoph Ewen – Artjom Mocycenko, Yannick Fontaine, Pascal Mayer, Christian Nagy, Julian Bauer, Artur Hermann, Ferhat Altinbas (67. Max Klein), Mathias Mertens (55. Haci Güsmüs), Lars Bachmann, Aaron Biedermann (46. Kevin Wollbold). Trainer: Thomas Länger.
FV Fechingen II: David Spross – Boris Vukovic, Nicolas Oberhausen (46. Jan-Luca Becker), Kai-Steffen Schneider (82. Thomas Hossmann), Manuel Warth, Andreas Wust, Sven Freidinger, Christian Mohr (69. Dirk Burger), Stefan Eberle, Yannick Heck, Daniel Kleemann. Trainer: Dirk Burger / Oliver Knapp.
Tore: 0:1 Daniel Kleemann (30.), 0:2 Sven Freidinger (49.).
Zuschauer: 80.
Schiedsrichter: Wolfgang Kerner (Saarbrücken).